Liturgische Gewänder – das Nötigste

Liturgische Gewänder – das Nötigste

Die Heilige Messe erfordert einen besonderen Rahmen. Die Gewänder der Priester unterstreichen ihren Charakter und sind ein untrennbarer Bestandteil der Feier. Die Pflicht für Priester, angemessene Gewänder zu tragen, ist gesetzlich vorgeschrieben, ebenso wie die Regelung, wann die jeweiligen Farben der Gewänder zu tragen sind. Darüber hinaus müssen die Pfarreien über einen ausreichenden Bestand an Gewändern verfügen. 

Welche Arten von liturgischen Gewändern gibt es und wann werden sie getragen?

Woher stammt die Tradition des Tragens liturgischer Gewänder?

Wovon hängen die Farben der liturgischen Gewänder ab? 

In diesem Artikel finden Sie alle wichtigen Informationen zu liturgischen Gewändern. 

Liturgische Gewänder in der katholischen Kirche 

Liturgische Gewänder sind nichts anderes als eine Art Kleidung, die von Geistlichen während der Feier der Liturgie getragen wird. Das Gewand eines Priesters bestimmt die Funktion der jeweiligen Person in der kirchlichen Hierarchie. Die einzelnen Farben der Gewänder richten sich nach dem liturgischen Kalender und den Feiertagen. 

Die Tradition des Tragens liturgischer Gewänder und Richtlinien zur Kleidung des Priesters

Die Tradition der priesterlichen Gewänder ist tief in der Tradition verwurzelt. Bereits um das Jahr 1200 wurde ein Kanon der liturgischen Farben erstellt. Dieses Dokument wurde von Papst Innozenz III. verfasst und 300 Jahre später von Pius V. in Kraft gesetzt. 

Das Kirchenrecht empfiehlt, die Liturgie auch dann zu feiern, wenn keine Gläubigen daran teilnehmen. Im Kodex, genauer gesagt in Kanon 929, heißt es, dass Priester und Diakone verpflichtet sind, Priestergewänder zu tragen, die einen angemessenen Eindruck machen, also nicht beschädigt, zerrissen oder zerknittert sind. Die Gewänder müssen gebügelt, sauber und ordentlich sein und – was besonders wichtig ist – sie sollten vom Bischof oder einer Person mit entsprechender Befugnis in der kirchlichen Hierarchie geweiht worden sein. 

Arten von liturgischen Gewändern

Die Vielzahl der Gewandarten führt dazu, dass es in größeren Pfarreien wirklich viele davon gibt – schließlich erfüllt jeder Geistliche eine bestimmte Funktion. Heute lassen sich folgende Arten liturgischer Gewänder unterscheiden 

Albe 

Ein knöchellanges weißes Gewand mit langen Ärmeln. Es knüpft an die Tradition an. Das weiße Gewand des Priesters selbst symbolisiert die Reinheit der Seele. Heute werden Alben auch mit der Erstkommunion in Verbindung gebracht. Dieses Gewand sollte mit einem liturgischen Gürtel, dem Cingulum, umgürtet werden, der auf die Weihe an Gott und die Enthaltsamkeit verweist. Die Alba wird manchmal auch als Untergewand unter der Messkasel getragen.

Komže

Die Komže ist eine verkürzte Form der Alba. Es ist unzulässig, eine Komže zu tragen, wenn das Ornat erforderlich ist. In einer Komže darf auch keine Heilige Messe gefeiert werden. Heutzutage werden Komžen auch als Kommuniongewänder getragen. 

Messgewand

Das Messgewand ist ein Gewand, dessen Farbe von der liturgischen Zeit abhängt. Es wird vom Priester während der Feier der Heiligen Messe getragen. Diese traditionelle Kleidung des Priesters hat im Laufe der Jahre zahlreiche Veränderungen erfahren. Früher handelte es sich um einen antiken Mantel, ein römisches Gewand, mit einem aufgestickten Kreuz auf dem Rücken. Heute sind Messgewänder schlicht und weisen nicht mehr so viele Verzierungen auf. Sie verleihen der Zeremonie Würde und werden über alle liturgischen Gewänder getragen.

Die Stola (Orarium)

Die Stola ist ein langes Band. Priester und Bischöfe tragen sie um den Hals, während sie bei Diakonen schräg von der linken Schulter zur rechten Hüfte gebunden wird. Die Stola symbolisiert die priesterliche Würde. Sie wird immer während der Beichte angelegt. 

• Liturgische Kappe (Pluvial)

Liturgische Kapen werden angelegt, wenn der Priester Sakramente spendet (z. B. Trauung, Taufe). Sie ähnelt einem Umhang, der am Hals geschlossen wird, und wird z. B. über die Albe gelegt. 

Wovon hängt die Kleidung des Priesters ab, d. h. welche Art von Gewändern trägt er?

In jeder Pfarrei befinden sich in der Sakristei die Gewänder des Priesters – deren Anzahl mag auf den ersten Blick überraschen. Schließlich genügt es, die unterschiedlichen Farben je nach liturgischem Kalender zu erwähnen, sowie die Tatsache, dass je nach Funktion unterschiedliche Gewänder getragen werden, und weitere Faktoren. 

Vor der Heiligen Messe sollten die liturgischen Gewänder für den Priester und seine Assistenten vorbereitet sein. Die Art der Kleidung hängt vom Rang ab, den man im Dienst einnimmt, aber auch von den empfangenen Weihen. 

Die Gewänder eines geweihten Priesters bestehen aus Albe, Stola und Messgewand. Diakone, also Personen, die den ersten der drei Weihegrade im Katholizismus besitzen, tragen kein Messgewand, sondern eine Dalmatik. Konkret hängt dies jedoch von der Art der Feier ab. Bei weniger feierlichen Liturgien sind Albe und Stola zulässig – dies gilt jedoch nur für Diakone. 

Farben der liturgischen Gewänder 

Die Farben der liturgischen Gewänder haben eine große Bedeutung. Jede von ihnen ist eng mit der liturgischen Zeit in der Kirche verbunden. Sie beziehen sich auf die einzelnen Feiertage. 

Grüne liturgische Gewänder

Das grüne liturgische Gewand, genauer gesagt das grüne Messgewand, ist das am häufigsten getragene Gewand. Die Farbe symbolisiert die Hoffnung auf Erlösung und die Wiedergeburt des Lebens. Es wird täglich getragen, 

an Werktagen und Sonntagen während der gewöhnlichen Zeit des liturgischen Jahres. 

Weiße Messgewänder

Bekanntlich ist die Farbe Weiß ein Symbol für Reinheit und Freude, aber auch für festliche Stimmung. In der katholischen Kirche wird die Messkasel in dieser Farbe an Festen und Gedenktagen zu Ehren Christi verwendet, mit Ausnahme derjenigen, die sich auf sein Leiden beziehen. Weiße Gewänder des Priesters werden auch bei Sakramenten wie Taufe, Hochzeit und Krankensalbung getragen.

Violettes Messgewand

Ein violettes liturgisches Gewand steht in der Liturgie für Buße, Demut, Trauer und Reue. Priester tragen ein Messgewand in dieser Farbe während der Messen in der Fastenzeit, im Advent und bei Messen für Verstorbene. In der christlichen Tradition ist Violett auch ein Symbol für die Erwartung der Begegnung mit Jesus. 

Rosa liturgisches Gewand

Das rosa Messgewand wird vom Priester nur an zwei Sonntagen im Jahr getragen, nämlich am dritten Adventssonntag, dem sogenannten Gaudete-Sonntag (Sonntag der Freude), sowie am vierten Fastensonntag (Laetare-Sonntag). Ein Gewand in dieser Farbe symbolisiert Freude. 

Rotes liturgisches Gewand

Rot ist in der katholischen Tradition ein Symbol für Feuer und Blut. Diese Farbe steht im Zusammenhang mit dem Leiden Christi. Der Priester trägt ein rotes Messgewand am Karfreitag, am Palmsonntag, am Fest der Kreuzerhöhung, am Pfingstsonntag sowie an Festtagen zum Gedenken an die Apostel und Märtyrer. Rote Gewänder werden auch bei den Begräbnismessen des Papstes sowie bei der Spendung des Sakraments der Firmung getragen. 

Schwarzes liturgisches Gewand

Schwarze liturgische Gewänder werden bei Begräbnismessen (heutzutage ersetzen Priester diese oft durch violette) und am 2. November, also am Gedenktag für alle Verstorbenen, getragen. Schwarz ist in der christlichen Tradition ein Symbol für Trauer, Nacht und Tod. 

Goldene Priestergewänder

Goldene liturgische Gewänder sind ein Symbol für Freude, Ehre und Feierlichkeit. Oft ersetzen sie alle Messgewänder mit Ausnahme der violetten und schwarzen. 

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